Am 28. Februar 2012 von Daniela Wochnik erstellt.

Ist Content Marketing das neue Schwarz in der PR?

In den USA wird es als "The New Black" bezeichnet und auch hierzulande erlebt Content Marketing ganz neue Höhenflüge. Dabei ist es gar nicht mal so neu, dafür aber aktueller denn je. Kurz gesagt rückt gutes Content Marketing den potenziellen Kunden in den Fokus, der durch Serviceleistungen in Form von nutzbringenden und multimedialen Inhalten an ein Unternehmen gebunden und zum Kunden wird. Das, was eigentlich selbstverständlich sein sollte — den Menschen in den Fokus zu rücken — wird jetzt zum Marketingtrend.

"Content marketing has become central to digital marketing strategy. Its objective is simple: create genuinely useful or entertaining content for many specific niches of your target audience—not to overtly promote your business, but to build rapport and brand equity—and give it away for free." Scott Brinker

Das neue Schwarz oder doch bunt wie ein Farbkasten?

Farben spielen in der Werbung eine wesentliche Rolle. Wir alle kennen das: Blau wirkt beruhigend und schafft Vertrauen, Rot steht sowohl für Liebe als auch für Leidenschaft — und hat eine extreme Signalwirkung. Und Schwarz? Schwarz wird oftmals negativ assoziiert, steht auf der anderen Seite aber auch für Individualismus, Klarheit und und Stärke. Wenn Content Marketing nun also das neue Schwarz ist, wie sieht es dann mit den Eigenschaften aus?

Stark: Content Marketing baut Brücken zwischen PR, Social Media und SEO

Content Marketing wirkt genau dem entgegen, was die schillernde Werbewelt bisher publiziert hat. Statt eigenwerbende Botschaften abzusetzen, die ausschließlich ein Produkt oder eine Dienstleistung bewerben, setzt Content Marketing auf Inhalte, die direkt für Leser geschrieben wurden. Herausragendes Merkmal ist hierbei, dass die Inhalte einen echten Nutzen bieten. Im Klartext: Sie stellen eine Beziehung zu potenziellen Kunden her, ohne überhaupt Ihr Produkt zu erwähnen, geschweige denn zum Kauf animieren zu wollen. Das Ziel ist es, Menschen für die eigenen Inhalte zu begeistern und später in Kunden umzuwandeln, die überzeugt von den angebotenen Leistungen sind. Dieser Weg ist in der Regel länger und mühsamer, doch wer einmal am Ziel ist, wird so schnell nicht mehr umkehren wollen — der entstandene Wert ist einfach zu hoch. Neben dem Effekt der medialen Präsenz in der Öffentlichkeit, die mit starken Inhalten erreicht wird, hat Content Marketing noch die Vorteile, dass die bereits vorhandenen Online-Inhalte sich positiv auf die Suchmaschinenoptimierung auswirken. Lange Zeit galt PR als optimale Möglichkeit, Unternehmensinhalte in die Öffentlichkeit zu bringen. Doch der Einzug von Social Media erfordert ein Umdenken und bietet komplett neue Ansätze, um sich als Unternehmen ins Gespräch zu bringen. Content Marketing setzt den logischen Schritt einfach fort: Die neue Art der Öffentlichkeitsarbeit im Web geschieht durch kundenzentrierte Inhalte und die Verbindung von Online-PR, Social Media und SEO.

Vorteile von Content Marketing:

  • Vertrauensbildung zur Marke und zum Unternehmen
  • Steigerung der Markenbekanntheit
  • Ausbau des Empfehlungsmarketings
  • Gutes Ranking in den Suchmaschinen
  • Steigerung der Sichtbarkeit im Social Web
  • Steigerung der Online-Medienpräsenz
  • Steigerung der Online-Reputation
  • Positionierung als Experte durch die Vermittlung von Fachwissen

Individuell: Inhalte entwickeln und Fürsprecher gewinnen

Die wichtigsten Faktoren sind Relevanz, Hochwertigkeit und Aktualität. Je gefragter ein Thema ist, desto besser wird es wahrgenommen. Wichtig ist es darauf zu achten, dass Themen nicht einfach wiedergekäut werden. Vielmehr geht es darum, auch bekannte Themen aus neuen Perspektiven zu betrachten, um sich so vom Überangebot bestehender Informationen abzugrenzen. Das heißt im Umkehrschluss jedoch nicht, dass das Rad jedes Mal komplett neu erfunden werden muss. Auch bekannte Themen können unter Umständen für eine Zielgruppe wichtig sein. Es ist schließlich nicht davon auszugehen, dass potenzielle Kunden bereits alles zu einem bestimmten Thema gelesen haben. Aber: Je aktueller ein Thema und je individueller der Inhalt ist, desto stärker wird die Reichweite sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass Beeinflusser, Meinungsmacher und Multiplikatoren auf ein Thema aufmerksam werden, steigt signifikant. Durch die Erstellung von inhaltsstarkem Content wird die eigene Kompetenz hervorgehoben und es entsteht eine solide Grundlage für zukünftige Verkaufserfolge.

Mögliche Publikationsformen für digitales Content Marketing:

  • Blogartikel
  • White Paper
  • E-Books
  • Artikel auf G+
  • Infografiken
  • Videos
  • Präsentationen
  • Podcasts
  • Newsletter
  • Microsites
  • Landingpages
  • Facebook, Twitter und Co.

Dabei ist es nicht damit getan, einen Artikel für sich alleinstehend zu platzieren — im Bestfall sollten alle Inhalte den Anforderungen der Medien entsprechend aufbereitet und in sozialen Netzwerken gestreut werden.

Klar: Bedürfnisse erkennen und Ziele definieren

Die Königsdisziplin in einer Content Strategie ist es, ganz genau die Bedürfnisse der Zielgruppe sowie Bezugs- und Interessensgruppen zu erkennen und darauf zu reagieren. Wenn die Inhalte diesem Wissen entsprechend erstellt werden, wird die Aufmerksamkeit für die eigene Präsenz steigen. Dafür müssen die Anforderungen der Zielgruppe analysiert und die eigenen Ziele definiert werden.

Bunt — statt eintöniges Schwarz

Gutes Content Marketing ist nicht einfach das neue Schwarz, es ist eine bunte und vielfältige Mischung aus aussagekräftigen Online-Inhalten. Dabei muss immer im Blick behalten werden, dass der Content-Mix zusätzlich mit der eigenen Unternehmensphilosophie übereinstimmt und glaubwürdig publiziert wird. Farben erzeugen Emotionen. So können wir aus der Farbenlehre durchaus ableiten, wie die Basis — zusätzlich zum starken, klaren und individualistisch geprägtem Schwarz — einer guten Content-Palette aussehen könnte:

ROT leidenschaftlich und aufmerksamkeitsstark:
Begeisterung wirkt ansteckend, Herzblut-Themen transportieren Authentizität. Inhalte, die dem Autor besonders wichtig sind, sprühen in der Regel mehr vor Leidenschaft als Texte, die im "Muss-ja-sein-Modus" geschrieben wurden. Ganz klar überträgt sich dieses Gefühl auf die Leser.

GRÜNfrisch und lebendig:
Nicht nur frischer, sondern auch regelmäßiger Content ist wichig, damit die Kommunikation im Fluss und somit am Leben bleibt. RSS-Feeds, Newsletter und Fachmagazine können zur Inspirationsquelle für neue Ideen werden. Aktuelle Themen werden in sozialen Netzwerken gerne aufgegriffen und via Tweet, Facebook-Posting oder G+ Beitrag weiter verbreitet.

BLAUvertrauensfördernd und seriös:
Fundierte Fachbeiträge mit wertvollem Hintergrundwissen wirken vertrauensfördernd und unterstützen die Loyalität des Kunden zum Unternehmen. Wer sich über einem längeren Zeitraum als Kunde einem Unternehmen verbunden fühlt, wird mit größter Wahrscheinlichkeit auch später die Produkte kaufen.

GELB kreativ und fröhlich:
Spannende Inhalte regen oftmals zu konstruktiven Diskussionen und Debatten an und sind wertvoller Input, um Themen und Inhalte weiter auszubauen. Wer sich auf einen Dialog mit der Zielgruppe einlässt gewinnt dadurch wertvolle Erfahrungen, die in die weitere Arbeit des Content Marketings einfließt. 


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Eintrag von Daniela Wochnik am 28. Februar 2012 | 2 Kommentare

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Kommentare

  • Ich sehe auch in diesem Beispiel, dass viele SEO_Leute aus der falschen Ecke auf das Internet schauen. Während SEOs sich rein auf den möglichen Profit stürzen, sind gute Projekte immer mit hohem Wert für den Kunden verbunden. Hier wird davon gesprochen, es doch mal mit sinnvollem Content zu werben. Au weia.

    Erstellt von Eiweisspulver, 03/02/2013 1:08pm (vor 4 Monat)

  • Herrlicher Artikel, ich bin schon seit 10 Jahren dabei meine Kunden für die Wirkung von Content Marketing zu begeistern.
    Die Mehrzahl ist aber immer noch von klassischen PR Artikeln in der Zeitung angetan. Oder besser, es wird Ihnen so aufgetischt und suggeriert, das es gut ist.

    Erstellt von Uli Schulenburg, 24/04/2012 1:17pm (vor 1 Jahr)

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